My road to HeroX – Mountainbike Marathon in Südtirol

Hero Dolomites – Das anspruchsvolle MTB-Rennen durch die Dolomiten

Als der Startschuss fiel, ging es vorbei an den vielen Zuschauern in Wolkenstein direkt los zum ersten Berg. Der frühe Startschuss um 7 Uhr morgens, war für mich ein wirkliches Novum und brauche ich nicht mehr haha. Der Morgenmuffel in mir, war stark, aber die Rennstimmung lies ihn mit dem Startschuss verschwinden.

Der Hero Mountainbike Marathon in den Dolomiten gehört definitiv zu den anspruchsvollsten und schönsten Wettkämpfen der Welt.

🚵 Hero Dolomites 2019 – auf einen Blick
📍 Region: Wolkenstein/Gröden, Dolomiten, Südtirol
🏆 Strecke: 60 km, 3.200 Höhenmeter, mehrere Bergpässe bis 2.298 m
🍌 Verpflegung: Stationen in Araba und weiteren Bergstationen mit Bananen, Riegeln, Gels
👨‍👩‍👧 Support: Familie feuert an mehreren Stellen der Strecke an
🚵 Terrain: Wechsel zwischen Skipisten, Schotter, Passstraße und technischen Singletrails

Startfoto des Hero in den Dolomiten

Start in Wolkenstein: Der erste Berg

So war nach dem ersten Kilometer nicht mehr viel mit Zuschauern und es ging steil eine Skipiste nach oben. Nach der ersten Hälfte des Berges kamen bereits die Männer von hinten und es wurde eng auf den Schotterpisten, nächstes Mal muss ich wohl schneller fahren 😉

Und nach den ersten 30 Minuten wurde mir bewusst, wie hart der heutige Tag werden würde, denn ich musste hier schon das erste Mal schieben. Immer mehr Männer kamen von hinten, also schwang ich mich so schnell als möglich zurück in den Sattel. Landschaftlich war es bis dahin nicht allzu spektakulär, aber das sollte sich definitiv noch ändern.

Der Hero Dolomites hatte 2017 über 4000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen und gehört damit zu den teilnehmerstärksten Rennen in Europa.

Doch dann wurde es leichter, denn man sah die Bergstation, und obwohl ich genau wusste, wie viele Berge noch kommen, motivierte es mich ungemein.

Hero in den Dolomiten. Ein wahnsinns Marathon.

Auf 2298 Meter war es dann definitiv ziemlich kühl, aber es ging direkt auf der anderen Seite wieder den Berg nach unten. Über schöne Trails ging es serpentinenförmig immer tiefer ins Tal. War zwar schön, aber man weiß ja, man muss alles wieder Bergauf.

Die Trails auf der Strecke entlang des Hero, brachten mich immer wieder über meine fahrtechnischen Grenzen, aber viele Trails waren super cool zu fahren!

Erste Abfahrt und der zweite, brutale Anstieg

Und so bekam ich nach kurzen Anfeuerungsrufen von Michi direkt den nächsten Berg zu sehen. Dieser erschien nahezu endlos und wirklich steil. Und ich wusste, meine Taktik, so lange als möglich auf dem Rad zu bleiben, geht nicht auf. Solche Berge hat weder Albstadt noch Jena zu bieten. Und ganz schnell kamen die ersten Zweifel. Die Mädels mit denen ich bis dahin in einer Gruppe gefahren bin motivierten mich zusätzlich und ich gab noch einmal alles, den Berg, laufend und schiebend zu erklimmen. Der Ausblick oben entschädigte dafür für sämtliche Qualen.

Noch kurz ein Selfie geknippst, und schon ging es weiter. Ab dann kam mir die Strecke etwas mehr entgegen. Welliges Terrain. Immer wieder kurz und knackig bergauf, zum Teil sogar flach und eine Wahnsinns Aussicht.

Am Ende dieses Parts ging es dann wirklich anspruchsvolle Trails nach unten zur Verpflegungsstation. Immer wieder erstaunlich wie die Definition von „leichten“ Trails in allen Ländern und vor allem Bergregionen unterschiedlich ist.

technisch anspruchsvolle Trails beim hero
Schönste Abfahrten und Auffahrten beim Mountainbike Marathon

Hier war der erste Moment an dem mir wirklich der Spaß verging. Mein Körper merkte die Anstrengung, und die Trails waren vor lauter Menschenmengen nicht mehr fahrbar. Gerade bergab schieben, war für mich körperlich extrem anstrengend.

Verpflegung in Araba und der dritte Anstieg

In Araba angekommen, musste ich meine Mädelsgruppe ziehen lassen, der nächste Berg wartete und ich wusste mein Körper braucht Nahrung und eine lange Pause.

So schnappte ich mir einige Bananen, Riegel, Gel und sonstiges und genoss das wilde treiben an der Verpflegungsstation. Ich wusste am Ende des Berges wartet die Familie zum anfeuern, aber der Berg sollte noch einmal alles abverlangen. Bis dahin lief es ganz gut, aber ich wusste ab jetzt würde es hart werden. Nach zwei gefahrenen Bergen wollte ich es aber unbedingt ins Ziel schaffen, auch wenn ich wusste es wird eine Tagestour.

Der nächste Berg wartete mit losem grobem Schotter, dafür aber mit einem schönen Wasserfall. Nach etwa der Hälfte des Berges, ging es dann auf die Pass Straße, und diese war nicht gesperrt. So teilten sich Radfahrer und Autofahrer die Straße hinauf zur nächsten Bergstation. Meiner Meinung nach war diese Lösung nicht gelungen, deshalb freute ich mich ganz besonders oben zu sein.

Panorama der Dolomiten

Schlammige Trails und Familientreffen

Oben wartete auch schon Sandro und verpflegte mich schnell, und sollte dann der Rest der Familie warten, also ab in die nächste Abfahrt. Schönste Singletrails schlängelten sich durch den Matsch 😀 Demnach dauerte es keine zwei Minuten bis mein Fuß knöcheltief im Schlamm steckte!

Ab jetzt ging es wirklich auf anspruchsvollen Trails bergab, und dazu wurden es um mich herum immer dichter an Menschen. Es war definitiv fahrbar, leider verlor ich sehr viel Zeit da es super chaotisch zuging mit schiebenden Radlern, langsamen Radlern und Rasern.

Am Fuß des Berges wartete schon die Familie, und ich hatte einen weiteren Grund für eine lange Pause 😉 Bevor die letzten 520 Höhenmeter bewältigt werden mussten. Der Körper war zu diesem Zeitpunkt nun wirklich leer, und ich bereute die letzten Tage mit viel Training und dass nicht frühstücken. Ich versuchte meine Speicher so gut als möglich wieder aufzufüllen mit allem was vorhanden war, obwohl ich wusste ab jetzt wird es eine Mentale Challenge.

Hero Dolomites mit Lelia König

Der letzte Berg: Eine mentale Challenge

Nachdem erst noch weitere schöne steinige Trails folgten, ging es in den letzten Anstieg. Im Kopf machte sich das schöne Gefühl breit, nur noch ein Berg und dann ist es geschafft. Dummerweise hatte dieser eine Berg es wirklich in sich. Es wurde noch einmal richtig zäh und steil. Nachdem ich gerade wieder in Fahrt gekommen war, war es wirklich ermüdend erneut schieben zu müssen. Deshalb versuchte ich mich noch einmal richtig zu motivieren und alles aus mir heraus zu holen um so lange wie möglich nicht schieben zu müssen. Aber nicht nur mir ging es so, ringsum wurde sich gegenseitig motiviert und angefeuert! Und diese kleinen Worte hatten eine wahnsinnig große Bedeutung, denn ich merkte selbst wie dadurch oft noch ein paar Meter mehr möglich wurden.

Endlich oben angekommen, sagte mein Höhenprofil es geht nur noch bergab. Hier traf ich eine neue Gruppe. Zwei Männer versuchten sich die letzten Meter bergauf mit mir zu duellieren. Genau das richtige für die letzten 10 Kilometer. Und so packte mich schnell der Ehrgeiz und wir rasten die letzten Trails noch hinunter.

Dummerweise entsprach das Höhenprofil nicht ganz der Realität und es ging immer wieder wellig bergan. Und nachdem ich das ganze Rennen nur überholt wurde, war es umso schöner endlich auch selbst zu überholen. Ohne diese extra Portion Motivation wäre es für mich sicherlich ganz schön hart geworden, aber so merkte ich die Anstrengung kaum. Trotzdem wusste ich bald hatte ich es geschafft und die anspruchsvollsten 60 Kilometer meines Lebens hätte ich geschafft.

Zielsprint und Ankunft

Schnell bergab über den schotter mit dem Mountainbike
Auf dem Weg ins Ziel des Hero Dolomites
Zieleinfahrt Hero Südtirol
Hero Dolomites in Südtirol
Ghost Mountainbike Cis Women Racing team
mit dem Mountainbike durch Südtirol
Ziellinie des Hero Dolomites

Häufige Fragen zum Hero Dolomites

Wann findet der Hero Dolomites statt und wie bekommt man einen Startplatz?

Der Hero Südtirol Dolomites findet in der Regel im Juni in Wolkenstein in Gröden statt. Neben der kurzen Strecke gibt es eine deutlich längere Variante für sehr erfahrene Marathonfahrer. Da das Rennen international bekannt ist und viele Teilnehmer anzieht, solltest du die Anmeldeöffnung auf der offiziellen Website im Blick behalten und dich früh entscheiden. Prüfe dabei auch, ob für deine Strecke Qualifikationen oder Erfahrungsnachweise verlangt werden.

Ist ein Fully oder ein Hardtail die bessere Wahl für den Hero?

Für die meisten Hobbyfahrer ist ein Fully die bessere Wahl. Auf den langen, steinigen Abfahrten schont die Federung Arme, Rücken und Konzentration – und das macht sich gerade in der zweiten Rennhälfte bemerkbar. Ein Hardtail spart zwar Gewicht in den Anstiegen, verlangt bergab aber deutlich mehr Kraft und Fahrtechnik. Achte unabhängig vom Bike auf robuste Reifen mit verstärkter Karkasse, denn Durchschläge und Schnitte an den scharfkantigen Steinen sind häufig. Ein Reparaturset mit Tubeless-Plugs gehört auf jeden Fall in die Trikottasche.

Wie trainiert man für die Schiebe- und Tragepassagen?

Steile Schiebestücke belasten ganz andere Muskeln als das Pedalieren – vor allem Waden, Oberschenkel und den Rücken. Baue deshalb in den Wochen vor dem Rennen regelmäßig kurze Bergläufe oder zügiges Bergaufgehen ein, idealerweise auch mal mit dem Bike an der Hand. So gewöhnst du dich an die Belastung und an Radschuhe auf losem Untergrund. Schuhe mit griffigem Profil und gut erreichbaren Schnallen machen diese Passagen spürbar angenehmer.

Wie sollte man sich während des Rennens verpflegen?

Bei mehreren Stunden Belastung im Hochgebirge ist eine durchdachte Verpflegung entscheidend. Es gibt Verpflegungsstationen an der Strecke, trotzdem solltest du genug eigene Riegel, Gels und Getränke dabeihaben, um dich unabhängig zu versorgen. Als Richtwert empfehlen Sportwissenschaftler bei langen Ausdauerbelastungen etwa 60 bis 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde. Wichtig: Teste deine Rennverpflegung vorher im Training und iss früh und regelmäßig, nicht erst, wenn der Hunger kommt.

Mit welchem Wetter muss man beim Hero rechnen?

Auf über 2.000 Metern kann sich das Wetter auch im Sommer schnell ändern. Morgens am Start ist es oft frisch, auf den Pässen windig, und Gewitter oder kurze Regenschauer sind keine Seltenheit. Pack deshalb eine leichte Regen- oder Windjacke und Armlinge ein, die sich klein falten lassen. Nasse, steinige Abfahrten sind deutlich rutschiger, also passe deine Fahrweise bei Regen entsprechend an.

Wo übernachtet man am besten beim Hero Dolomites?

Am bequemsten ist eine Unterkunft direkt in Wolkenstein, St. Christina oder St. Ulrich in Gröden, damit du am Renntag ohne lange Anfahrt zum Start kommst. Da zum Rennwochenende viele Teilnehmer und Begleiter anreisen, sind Hotels und Ferienwohnungen schnell ausgebucht – am besten buchst du direkt nach der Anmeldung. Wer ein paar Tage früher anreist, kann sich außerdem an die Höhe gewöhnen und Teile der Strecke vorab erkunden.

Diese Artikel werden dir auch gefallen

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lisa sagt:

    Schöner Bericht. Ich kenne die Sella Ronda nur mit Gondel. Da Rennen habe ich schom einmal als Zuschauerin gesehen. Jetzt kann ich mir ungefähr vorstellen, wie es ist, diese Wahnsinnstour als Rennen zu fahren. Hut ab!

Schreibe einen Kommentar