Für mich sind Etappenrennen schon immer eine Faszination. Zwischen sportlichem Wettkampf und dem Kennenlernen Gleichgesinnter liegt hier nur eine hauchdünne Linie.
🚵 AlpenTour Trophy Schladming – auf einen Blick
📍 Region: Schladming, Schladminger Tauern, Steiermark, Österreich
📅 Termin: Jährlich im Juni (2024: 20.–23. Juni)
🏁 Format: 4 Etappen, 192 km, 9.650 Hm – UCI S1 Rennen mit Weltranglistenpunkten
🗓️ Etappen: Tag 1 (67 km / 3.100 Hm) · Tag 2 (57 km / 2.500 Hm) · Tag 3 (55 km / 2.700 Hm) · Tag 4 Zeitfahren (13 km / 1.250 Hm)
💡 Tipp: Appartement mit Küche buchen – mit Kind an Startlinie und Familie entspannt frühstücken lassen
AlpenTour Trophy Schladming – MTB-Etappenrennen am Dachstein
Die AlpenTour Trophy ist ein Ereignis, das die Herzen aller Mountainbike-Enthusiasten höher schlagen lässt. Und ich bin mit dabei! Mit meinem knapp 1,5 Jährigen Sohn und meinem Mann geht es auf nach Schladming.
In der malerischen Region Schladming, die für ihre atemberaubenden Berge und idyllischen Landschaften bekannt ist, versammeln sich jährlich Radsportler aus aller Welt, um an diesem prestigeträchtigen Etappenrennen teilzunehmen.

Der Wettbewerb ist nicht nur unter den Hobbysportlern bekannt, sondern zählt ebenso zu den UCI Wettkämpfen. Als S1 Rennen warten hier jede Menge Weltranglistenpunkte auf die Teilnehmenden.
Diese müssen sich über die vier Tage jedoch hart verdient werden, empfehlen würde ich es trotzdem zu 100 Prozent!
AlpenTour Trophy 2024 – wie ich dazu kam mitzufahren
Was macht man, wenn man einen kostenfreien Startplatz bekommt, davor eh bereits in Österreich aber 0,0% fit ist für diese Distanz und Dauer? Richtig, man sagt ja. 😉

Die AlpenTour Trophy, die vom 20. bis 23. Juni stattfindet, ist ein wahres Fest für Ausdauer und Fahrtechnik! Mit vier anspruchsvollen Etappen, die insgesamt 192 Kilometer und 9.650 Höhenmeter umfassen, stellt sie eine der härtesten Herausforderungen im Mountainbike-Sport dar. Die Strecke führt durch die beeindruckende Landschaft der Schladminger Tauern, vorbei an kristallklaren Seen, über saftige Almwiesen und durch dichte Wälder, die den Teilnehmern nicht nur alles abverlangen, sondern auch unvergessliche Eindrücke hinterlassen.

Das ganze könnte man als Klassentreffen der Mountainbike-Szene bezeichnen. 😉
Unterkunft und Verpflegung
Für die Übernachtungen haben wir uns für den Alpine Club Schladming entschieden, ein gemütliches Hotel, das mit seiner ruhigen Lage und dem Panoramablick auf die Berge überzeugt. Die Unterkunft bietet komfortable Appartements mit Küchenzeile, was mir die Möglichkeit gab, meine Verpflegung selbst zu organisieren und mich optimal auf die täglichen Herausforderungen vorzubereiten.
Gerade mit Kind hat uns das Appartement vieles erleichtert. Ich konnte zum Start radeln und Sandro und unser Sohn konnten in Ruhe frühstücken und danach auf den kleinen Spielplatz vor dem Haus.
Mit dem Kinderwagen ging es über einen kleinen Fußgängerweg direkt und schnell in den Ort.
Die vier Etappen der AlpenTour Trophy im Überblick
Tag 1: Harter Auftakt
Der erste Tag begann mit einer Etappe von Schladming zur Dachstein Türlwandhütte und zurück nach Schladming. Diese 67 km lange Route mit 3.100 Höhenmetern war ein perfekter Start in das Rennen.
Tag 2: Kräftemessen
Am zweiten Tag wurde das Rennen härter, die Steigungen steiler und die technischen Passagen anspruchsvoller. Die 57 km lange Strecke von Schladming zum Hauser Kaibling und zurück forderte 2.500 Höhenmeter.

Tag 3: Die Königsetappe
Die dritte Etappe galt als Königsetappe der AlpenTour Trophy. Mit den meisten Höhenmetern und einer Route, die über einige der legendärsten Pässe führte, war es ein Tag, der in Erinnerung bleiben wird. Die 55 km lange Strecke von Schladming zur Reiteralm und zurück brachte uns 2.700 Höhenmeter näher zum Himmel.
Tag 4: Bergzeitfahren als Finale
Das 13 km lange Einzelzeitfahren vom Rathaus in Schladming zur Schafalm mit 1.250 Höhenmetern war das große Finale dieses epischen Rennens.
Mein Erfahrungsbericht: So war die AlpenTour Trophy
Jeder, der mich kennt, weiß wie sehr ich die Berge liebe. Dass die Alpentour schon lange auf meiner Wunschliste steht, ist dementsprechend wohl keine große Überraschung.
Jedes Jahr schaue ich mir die Highlight Videos des Rennens an und denke, irgendwann möchte ich da mitfahren. Als sich diese Gelegenheit angeboten hat, konnte ich nicht anders als zuzusagen.
Und so ging es nach unserem Aufenthalt in Saalfelden Leogang direkt weiter nach Schladming.
Bereits als wir ankamen, war eine super Stimmung vor Ort. Sehr viele Athleten und Athletinnen waren bereits mit ihren Fahrrädern in der Stadt unterwegs. Und auch bei der Startnummernausgabe ging es bereits in einer Schlange die Treppe nach oben.

Oben erwartete uns dann eine prall gefüllte Startertüte mit einem schicken T-Shirt. Oftmals sind die Teilnehmer Trikots ja leider entweder aus furchtbarem Stoff, furchtbarem Design oder grausamen Schnitt. Manche kombinieren auch alles miteinander. 😉 Dann landen die Shirts für immer ungetragen im Kleiderschrank und das ist ja auch super schade.
Das wird mit diesem T-Shirt nicht passieren.
Strecken-Briefing und Verpflegung
In einem Heft sind für die Teilnehmer alle Informationen zusammengefasst: Startzeiten, Zuschauer-Hotspots und das gemeinsame tägliche Abendessen mit Siegerehrung.

Ebenso gab es Aufkleber für das Oberrohr, auf dem das Höhenprofil abgebildet war.
Das ganze Event war wirklich super geplant, ich konnte es nicht erwarten, an die Startlinie zu gehen!
Das gemeinsame Abendessen haben wir allerdings immer ausfallen lassen. Mit Kleinkind ist das ganze einfach zu kompliziert. Dafür gab es umso mehr Vorfreude auf den ersten Tag.
Schladming ist schön und super familiär, darauf kommen wir später nochmal zurück. Aber es wird der Traumkulisse in den Bergen nicht gerecht. Niemals hätte ich mir so eine traumhaft schöne Landschaft vorgestellt.
Der erste Startschuss fällt
Der erste Morgen brach an, mit klassischen Haferflocken-Frühstück und Rennstress. Mittlerweile bin ich unzählige Rennen gefahren, und trotzdem ist es vor dem Rennen immer stressig. Eigentlich sollte man doch meinen, dass irgendwann alle Abläufe sitzen. 😉
Wenigstens war das Bike bereits im Bikekeller des Hotels komplett fertig und so ging es direkt nach unten in den Ort.
Da ich dieses Rennen wirklich nur als schöne Ausfahrt genießen wollte, reihte ich mich direkt hinten im Startblock ein. Zu meiner Freude sah ich bereits die ersten bekannten Gesichter am Start.

Dann ging es auch schon los: Jede der Etappen war wirklich einzigartig! Der Wechsel des Panoramas war immer wieder ein Highlight. Sämtliche Videos werden dieser Aussicht nicht gerecht, es war wirklich ein Traum. Weit oben in den Bergen, fantastische Aussicht auf Berg und Tal und Grüntöne in allen Varianten.
Auch die Strecken an sich waren jeden Tag extrem abwechslungsreich. Einziger gemeinsamer Nenner war die Abfahrt ins Ziel. Diese erfolgte immer durch den Bikepark. Und obwohl die Bikepark Strecken wirklich gut zu fahren waren, brachten sie mich ans Limit. Nach so einem langen Tag im Sattel im Stehen und voll konzentriert die letzte Abfahrt zu fahren, war wirklich eine Herausforderung.

Meine Highlights der AlpenTour Trophy Schladming
Auch wenn absolut jeder Tag in Schladming für uns ein Highlight war, so toppt absolut nichts die einzigartige Landschaft! Ich bin schon in so vielen Regionen Fahrrad gefahren, aber nichts war jemals so schön wie die Strecken rund um Schladming.
Vom Radprofi bis zu bekannten Hobbysportlern waren unzählige bekannte Gesichter dabei. Es war mir eine Freude neue Bekanntschaften im Rennen zu knüpfen, mit denen ich mich Tag für Tag durch die Berge quälen durfte.
Die familiäre Atmosphäre zog sich bis zu den Polizisten durch, die mich vor dem Rennen angehalten haben und mir erklärt haben, ich hätte am Vortag meinen Geldbeutel verloren und soll ihn danach bei ihnen abholen. 😀
Häufige Fragen zur AlpenTour Trophy Schladming
Für welches Fitnessniveau ist die AlpenTour Trophy geeignet?
Lass mich ehrlich sein: Um Spaß zu haben braucht man ein solides Fitness- und Fahrtechnikniveau. 192 Kilometer und 9.650 Höhenmeter über vier Tage sind keine Genussrunde – das ist auch für trainierte Sportler anspruchsvoll. Wer regelmäßig längere MTB-Touren mit Höhenmetern fährt und technisches Gelände nicht scheut, wird das Rennen als herausfordernd aber machbar erleben. Wer hingegen nur gelegentlich Rad fährt, wird schon nach Etappe 1 an seine Grenzen stoßen. Die Abfahrten durch den Bikepark am Ende jeder Etappe verlangen zudem echte Fahrtechnik – müde Beine und konzentriertes technisches Fahren gleichzeitig ist selbst für erfahrene Biker eine echte Herausforderung. Ich selbst war nicht optimal vorbereitet und habe das Rennen bewusst als schöne Ausfahrt genossen – aber auch das funktioniert nur wenn die Grundlage stimmt.
Was kostet die Teilnahme an der AlpenTour Trophy und was ist inkludiert?
Die genauen Startgebühren variieren je nach Anmeldezeitpunkt – Frühbucher zahlen deutlich weniger als Spätanmelder. Inklusive sind: die Startertüte mit Teilnehmer-Trikot, ein detailliertes Renninformationsheft mit Höhenprofilen für jede Etappe, Streckensicherung, Zeitnahme und tägliche Siegerehrung mit gemeinsamem Abendessen. Die aktuelle Preisstruktur findet man direkt auf alpen-tour.at – am besten früh anmelden, da das Rennen schnell ausgebucht ist und die Frühbucherpreise sich lohnen.
Kann man die AlpenTour Trophy mit Familie und Kleinkind besuchen – was bietet Schladming für Nichtsportler?
Absolut – und genau das hat uns besonders gut gefallen. Wir waren zu dritt: ich am Start, Sandro und unser damals 1,5-jähriger Sohn als Begleitteam. Der Alpine Club Schladming mit Appartement und Küche war ideal – Sandro konnte in Ruhe frühstücken, danach mit dem Kleinen auf den Spielplatz direkt vor dem Haus und per Kinderwagen in wenigen Minuten in den Ort. Schladming selbst ist sehr familienfreundlich: Spielplätze, Einkehrmöglichkeiten, ein schöner Ortskern und die Planai als Ausflugsziel. Im Sommer gibt es außerdem Wanderwege und Bergbahnen die sich wunderbar für Familientage eignen während die Sportlerinnen und Sportler im Rennen kämpfen. Die familiäre Atmosphäre des gesamten Events zieht sich übrigens bis in den Ort – wir haben uns von der ersten Minute an willkommen gefühlt.
Diese Artikel werden dir auch gefallen:
SAMarathon 2020 – MTB Etappenrennen in Israel
Mentalcoaching und Fahrtechnik – Game Changer im MTB-Radsport
Wiedereinstieg in den Wettkampfsport nach der Geburt

3 Kommentare Gib deinen ab