Nachhaltige Outdoorkleidung für Kinder – warm, langlebig und funktional
Ich kann mich noch genau erinnern, als wir in den ersten Winter mit unserem Sohn gestartet sind und der Schneeanzug ihm nicht warm genug gegeben hat. Was soll ich sagen, der Tag war gelaufen und ich habe etwas gelernt:
Die richtige Kleidung macht den Tag.

Denn am schönsten ist es natürlich, wenn die Tage einfach sind. Wenn die Kinder warm angezogen sind, in jede Pfütze hüpfen oder einen Schneeengel machen können, dann ist der Tag für uns perfekt.
Wir gehören zu den Familien, welche bei jedem Wetter einen Teil unseres Tages draußen in der Natur verbringen. Dabei geht es nicht nur um den Sport, sondern um viel mehr.
- unsere Kinder sind ausgeglichener danach
- sie haben ein gesundes Immunsystem und sind (fast) nie krank
- sie lernen, ohne Spielsachen zu spielen
- sie schlafen besser
Anfangs haben wir günstige Kinderkleider für den Winter gekauft. Da die Kinder am Anfang so schnell wachsen, dachte ich, das wäre ausreichend. Aber man hat eben am Preis bemerkt, dass die Qualität einfach nicht passt und es gibt wohl nichts Schlimmeres, als im Winter im nasskalten zu frieren.
Deshalb haben wir uns für Jacken, Schneeanzüge und Schneehosen von besserer Qualität entschieden und dachten, in diesem Zug können wir uns auch informieren, welche Kleidung auch nachhaltig ist.
Nachhaltige Kinderkleidung finden – unsere drei Kriterien
Das waren unsere drei Kriterien, mit denen wir die Kleidersuche gestartet haben.
Warum nachhaltige Kinder-Outdoorkleidung?
Kinder wachsen schnell, bewegen sich viel und sind gerne im Matsch, im Schnee oder im Regen unterwegs. Eine Jacke wird oft mehr beansprucht als bei uns Erwachsenen – und landet im schlechtesten Fall schon nach einer Saison im Müll. Gerade als Erstmama war ich im ersten Jahr total erstaunt, wie Kinder manchmal über Nacht einen richtigen Wachstumsschub haben und der Body auf einmal nicht mehr zu geht.
Wir haben schnell gemerkt: Wenn Kleidung qualitativ hochwertig ist, wächst sie oft mit.
Unsere aktuellen Schneeanzüge haben innen diese Züge, um mit einem Knopf den Umfang zu erweitern und zu reduzieren.
Und wenn sie hochwertig produziert werden, können wir sie problemlos weitergeben – an Freunde, Cousins oder auf einer Börse verkaufen.
Besser für die Haut
Bei Regenjacken, Schneehosen oder Baselayern kommt es uns besonders auf hautfreundliche Stoffe an. Kinder schwitzen anders, bewegen sich mehr, aber umweltfreundliche Materialien machen den Unterschied, PFC-freie Membranen, recycelte Stoffe, faire Produktionsbedingungen: Das klingt erstmal nach Werbung, aber draußen am Berg zeigt sich, ob Materialien wirklich performen.
Und: Wir haben gemerkt, wie sehr unsere Kinder lernen, bewusst mit Kleidung umzugehen, wenn wir ihnen erklären, warum Nachhaltigkeit wichtig ist.
Materialien für Kinder-Outdoorkleidung – Merino, Recycling und PFC-frei
Merino: unser Allround-Favorit
Ob beim Radfahren, Wandern oder Schneeschuhstapfen: Merino-Unterwäsche ist für uns der größte Gamechanger. Sie trocknet schnell, stinkt nicht und reguliert die Temperatur einfach besser als jede Kunstfaser. Der größte Vorteil im Winter ist, wenn Merino nass wird, kommt nicht automatisch der kühlende Effekt wie bei anderen synthetischen Stoffen.
Recycelte Materialien bei Jacken & Hosen
Bei unserer Recherche sind wir immer wieder auf VAUDE und Reima gestoßen und haben uns dann schlussendlich für diese beiden Marken entschieden.
VAUDE und Reima setzen hier sehr gute Maßstäbe – nicht nur, weil sie recycelte Fasern einsetzen, sondern weil die Kleidung trotz Nachhaltigkeit extrem langlebig ist. Da wir als Eltern bereits seit Jahren VAUDE tragen, war uns die Haltbarkeit hier nicht neu, die Marke Reima war uns allerdings bisher kein Begriff.
PFC- & PFAS-frei
Das ist für uns ein Muss. Moderne Membranen schaffen es mittlerweile, wasserfest zu sein, ohne Schadstoffe in die Umwelt abzugeben.
Welche Outdoor-Kleidung Kinder wirklich brauchen
Wir haben in den letzten Jahren alles getestet – vom dreimonatigen Bergsommer bis zu nassen Herbsttouren.
1. Das Zwiebelsystem – simpel, aber entscheidend
Baselayer: Merino → wärmt, ohne zu überhitzen.
Midlayer: Fleeces oder Wollpullis → flexibel.
Hardshell: Regenjacke → winddicht, robust, PFC-frei.
2. Eine richtig gute Regenjacke
Unsere Kinder haben viel mit Regenjacken gekämpft – bis wir auf VAUDE umgestiegen sind. Leicht, robust und im Alltag genauso gut wie beim Wandern. Die Bündchen halten dicht, die Kapuze sitzt auch ohne ständiges Nachjustieren.
3. Schneehose / Outdoorhose, die lange hält
Im November konnten wir bereits einen Schneeanzug von Reima und eine Kombi aus Schneehose und Winterjacke von VAUDE testen, beides hat die Kinder extrem lange warm gehalten.
Wichtig zu Wissen VAUDE Kinderkleidung beginnt bei Größe 92. Beide Firmen bieten auf ihren Webseiten ebenfalls einen Second-Handshop an. Gerade bei Kindern finden wir das absolut sinnvoll.

4. Schuhe – lieber weniger, aber richtig
90% der Kinder haben gesunde Füße, laut aktuellen Studien aber nur 30% der Erwachsenen. Deshalb achten wir besonders auf breite Schuhe. Für den Winter ist uns natürlich die Wasserfestigkeit ebenso wichtig, trotzdem sollte man die Schuhe je nach Nutzung alle 4-8 Wochen imprägnieren.
Unsere Empfehlung: VAUDE und Reima im Familientest
Warum VAUDE?
- extrem hohe Nachhaltigkeitsstandards
- Reparaturservice (wir haben schon selbst eine Jacke einschicken lassen – perfekt!)
- sehr gute Passform für aktive Kids
- PFC-freie Membranen
- langlebig → ideal zum Weitergeben
Warum Reima?
- robustes Material, das Spielplatz + Berg + Alltag abkann
- besonders langlebig bei Hosen und Schuhen
- für aktive Kinder gemacht, die wirklich überall draufklettern
Wir haben einiges ausprobiert – aber diese beiden Marken haben bei uns einfach die beste Bilanz aus Nachhaltigkeit, Funktion und Alltagstauglichkeit. Bei den günstigen Marken haben wir Ernstings Family am Besten erachtet, was warmhalten und Nässe betrifft.
So bleibt nachhaltige Outdoorkleidung wirklich lange im Einsatz
1. Richtig waschen
Funktionskleidung mag es sanft. Wir nutzen:
- wenig Waschmittel
- niedrige Temperaturen
- Spezialwaschmittel bei Regenkleidung
- kein Weichspüler
2. Reparieren statt ersetzen
Kleine Löcher? Nähen. Offener Reißverschluss? Reparieren lassen. Bisher ist bei diesen beiden Marken allerdings noch nichts kaputtgegangen.
3. Second Hand & Weitergeben
Wir geben alles weiter – wir verschenken die Dinge gerne, die wir sowieso nicht mehr benötigen. Beide Marken haben offizielle second-Handshops online. Aber natürlich findet man eine große Auswahl auch auf den normalen Plattformen für privaten Verkauf.
4. Kleidung mitwachsen lassen
Viele Modelle haben verstellbare Bündchen, Reißverschlüsse an den Beinen oder lassen sich mit Wollschicht im Winter verlängern.
Wie wir Nachhaltigkeit unseren Kindern erklären
Beim Wandern oder Radfahren reden wir viel darüber:
- Warum gute Kleidung lange hält
- Warum wir nichts wegwerfen
- Warum Reparieren sinnvoll ist
Fazit: Nachhaltige Outdoorkleidung für Kinder lohnt sich
Nachhaltige Outdoorbekleidung für Kinder ist kein Marketingtrend – sie ist ein echter Gewinn im Alltag. Für uns bedeutet sie:
- weniger kaufen
- länger nutzen
- draußen jede Menge Spaß haben
- Verantwortung vorleben
Und am Ende bleibt mehr Zeit für das, was wirklich zählt:
gemeinsame Zeit.