Abenteuer auf zwei Rädern: Unser Erlebnis mit dem Kids Ride Shotgun Sitz

Ein Langzeittest des Kindersitzes auf dem Oberrohr für Mountainbikes.

“Mama, schneller!” – dieser Satz hat sich bei uns fest ins Gedächtnis gebrannt. Denn seit unser Sohn mit knapp zwei Jahren das erste Mal vorne bei uns auf dem Kids Ride Shotgun Sitz Platz genommen hat, ist nichts mehr wie früher. Die gemütlichen Touren, bei denen wir Erwachsenen den Takt vorgaben? Geschichte. Jetzt sitzt da ein kleiner Co-Pilot, der den Rhythmus bestimmt – und glaubt mir: Der hat’s in sich. Schneller, Trailfahren und Treppe runter, man sollte nicht glauben, wie groß der Wortschatz der Kinder in diesem Alter ist. 😉

Warum wir uns für den Shotgun Sitz entschieden haben

Als sportliche Familie sind wir viel draußen unterwegs. Wandern, Laufen, Radfahren – Hauptsache Bewegung. Klar war uns also: Sobald unser Sohn sicher sitzen konnte, sollte er auch beim Biken mit dabei sein. Anfangs natürlich in unserem Kinderanhänger, aber irgendwann wollten Mama und Papa auch gerne auf die Trails zurück. Das ist mit dem breiten Anhänger natürlich nicht möglich. Als wir öfter im Bekanntenkreis den Kindersitz für das Oberrohr gesehen haben, haben wir uns damit auseinandergesetzt.

Radtour als Familie mit Kinderanhänger und Kids ride shotgun
Radtour im Hochschwarzwald Copyright Hochschwarzwald Touristik GmbH

Die Wahl fiel auf den Kids Ride Shotgun Sitz mit extra Lenker. Warum? Ganz einfach:

  • Er sitzt vorne zwischen den Elternarmen, was viel spannender ist als hinten. Im Schnitt sitzt er im Anhänger 1.5 Stunden bevor es ihm langweilig wird, danach können wir auf dem Sitz auf dem Oberrohr noch einmal 1.5 Stunden herausholen, sodass Mountainbikefahrten bis 3 Stunden ohne Probleme möglich sind.
  • Wir haben ihn direkt im Blick und können auf jede Bewegung reagieren.
  • Mit dem kleinen Lenker fühlt er sich wie der echte Chef auf dem Rad – und wir haben trotzdem die Kontrolle.
  • Die Provariante kostet etwas mehr, allerdings wird sie dafür nicht am Rahmen festgemacht und schon das Carbonrad.

Ab zwei Jahren mit auf Tour

Kids ride Shotgun
Radtour im Hochschwarzwald Copyright Hochschwarzwald Touristik GmbH

Unser erster Ausflug war eine kleine Feier für sich. Mit gerade einmal zwei Jahren saß unser Sohn obenauf, strahlte übers ganze Gesicht und klammerte sich voller Stolz an „seinen“ Lenker. Die Reaktion? Pures Glück – bei ihm wie bei uns.

Natürlich haben wir langsam angefangen, kurze Strecken, wenig Höhenmeter. Aber schon nach ein paar Wochen waren wir gemeinsam auf kleinen Familientouren unterwegs. Er kommentierte dabei alles, was er sah – Kühe, Autos, Hunde – und wir bekamen eine völlig neue Perspektive auf unsere bekannten Routen. Die erste Installation hat allerdings einige Zeit gedauert, da der Vorbau und der eine noch verbliebene Spacer nicht ausgereicht haben, um es festzuklemmen. Für Mountainbikerennen liebe ich dieses Setup, aber für den Kindersitz passt es nicht. Wir haben das Ganze mit einem quick fix gelöst und den Vorbau ausgebaut und umgedreht, sodass er jetzt nach oben zeigt.

Fahrspaß für die ganze Familie

Das Schöne am Shotgun Sitz: Alle profitieren.

  • Die Eltern bleiben sportlich aktiv.
  • Das Kind hat das Gefühl, wirklich mitzufahren.
  • Und die Familienzeit draußen wird noch intensiver.

Ganz ehrlich: Unser Sohn hält inzwischen länger durch als wir manchmal. Während wir bergauf keuchen, ruft er fröhlich: „Los, Mama, schneller!“ – Motivationstraining de luxe.

Praktisch und leicht zu montieren

Damit der Spaß nicht an der Technik scheitert: Die Montage des Shotgun Sitzes ist kinderleicht. Er passt an die meisten Mountainbikes, sitzt stabil, und das Auf- und Abbauen geht schnell von der Hand. Die angegebenen 20 Sekunden finden wir etwas sportlich, aber 2 Minuten sind realistisch. Perfekt, wenn man spontan entscheidet: Heute geht’s auf Tour!

Der zusätzliche Kinderlenker ist für uns das Highlight. Unser Sohn kann sich daran festhalten, mitlenken und fühlt sich ernst genommen. Das steigert die Freude ungemein – und reduziert nebenbei das Ziehen an unserem Lenker (sehr zu empfehlen).

Unser Fazit

Der Kids Ride Shotgun Sitz ist für uns mehr als nur ein Fahrradsitz. Er ist ein Stück Freiheit, das uns schon viele besondere Familienmomente beschert hat.

Positiv

  • Kinder genießen längere Radtouren
  • Gemeinsame Abenteuer
  • Trails möglich
  • Schnell Einsatzbereit

Negativ

  • Fahrende Person muss die Beine etwas anwinkeln und streift manchmal an der Schraube. (Wir haben ein Tape darum gemacht)
  • Laut Hersteller geht der Sitz bis 5 Jahren, das halte ich für nicht realistisch, da man irgendwann nicht mehr über den Kopf des Kindes sieht. Eventuell 3.5-4 Jahre schätze ich aktuell.

Praktische Tipps für den Start mit dem Kids Ride Shotgun Sitz

Fahrrad Tour gemeinsam als Familie
Familienradtour

Damit die ersten Touren mit dem Nachwuchs nicht nur spaßig, sondern auch sicher und entspannt werden, hier unsere wichtigsten Learnings:

  1. Helm auf, immer!
    Auch wenn die Strecke noch so kurz ist – ohne Helm geht gar nichts. Am besten direkt ein kindgerechtes Modell besorgen, das leicht ist und gut sitzt. Wir nutzen diesen Puky Helm mit Licht, aber wie immer, der richtige Helm ist der Helm der gut sitzt.
  2. Langsam anfangen
    Die erste Fahrt sollte wirklich nur eine kleine Runde sein – am besten auf ruhigen Wegen ohne viel Verkehr. Kinder brauchen Zeit, um sich an die neue Sitzposition zu gewöhnen. Auch für dich als Radfahrenden braucht es Gewöhnungszeit. Übe das auf- und absteigen sowie die Kurven im flachen Gelände.
  3. Kleidung im Zwiebellook
    Vorne auf dem Rad ist der Fahrtwind stärker zu spüren. Lieber eine Schicht mehr anziehen, die man später ausziehen kann. Wenn wir im kurzen Trikot unterwegs sind, braucht unser Sohn oft einen Pulli plus Weste.
  4. Redet miteinander
    Kinder lieben es, unterwegs zu kommentieren. Nutzt das! Erzählt, was ihr seht, stellt Fragen – so bleibt die Fahrt spannend und die Bindung wächst.
  5. Pausen einplanen
    Auch wenn es euch in den Beinen kribbelt – Kinder brauchen Pausen zum Aussteigen, Rumlaufen und manchmal einfach nur zum essen.
  6. Lenker extra nutzen
    Der kleine Shotgun-Lenker macht den Unterschied: Euer Kind hat das Gefühl, wirklich „mitzufahren“. Außerdem sorgt er für mehr Stabilität.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Kids ride Shotgun?

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