Familienabenteuer im Schnee: Ein Sporturlaub am Holmenkollen

Familienabenteuer im Schnee: Ein Sporturlaub am Holmenkollen

Ende Januar ist in diesem Jahr in den meisten Regionen in Deutschland kein Schnee in Sicht. Deshalb machen wir uns auf den Weg von Berlin nach Oslo, um eine Woche lang die Schönheit und den Nervenkitzel des Wintersports zu erleben.

Skiurlaub in Norwegen – zu 9. an den Holmenkollen nach Oslo

Den Skiurlaub wollten wir dieses Jahr gemeinsam mit der Familie machen, dadurch waren wir gesamt 9 Personen. In den letzten Jahren hat es sich eingespielt, dass wir in jedem Jahr einen gemeinsamen Urlaub mit der Familie machen. Das ist jedes Jahr ein großartiges Abenteuer!

Die Reise begann mit einem Flug von Berlin nach Oslo. Das Ziel auszuwählen, war sehr leicht, da wir Skifahren wollten. Es blieben Norwegen, Finnland oder Schweden. Für den Holmenkollen haben wir uns aufgrund der geschickten Anreise entschieden. Von Berlin beträgt die Flugzeit nur 1,5 Stunden und der Holmenkollen ist am Rande von Oslo, über der Stadt. Dadurch haben wir uns den Mietwagen gespart und haben einfach die Bahn genommen – auch mit Ski in Oslo üblich.

Gerade mit Kind ist die Anreise doch ein entscheidender Faktor für einen angenehmen Urlaub.

Holmenkollen: Nah, günstig, Baby kostenfrei

Außerdem war der Holmenkollen sehr günstig. Für 7 Nächte und Buchung ca. 5 Wochen im Voraus haben wir 950€ p.P. bezahlt, das Baby war komplett kostenlos. Die andere Hälfte unserer Familie hat ab Friedrichshafen sogar nur 740 Euro bezahlt. Das Frühstück im Hotel war inklusive, jedoch ist natürlich bekannt, dass Norwegen relativ teuer ist. Dementsprechend kamen dann die teuren Verpflegungskosten für die übrigen Mahlzeiten on Top.

Die Vorfreude auf den Urlaub in Norwegen war riesig, denn für uns war es alle der erste Urlaub in Norwegen. In Norwegen waren wir bisher noch nie, am nahesten war die Geschäftsreise nach Helsinki.

Das Fliegen mit Baby war absolut unkompliziert. Wir hatten zwei Spielzeuge, Essen und Trinken dabei. Ansonsten haben wir noch einen Fensterplatz reserviert, damit waren wir gut ausgestattet.

Flugzeug über Norwegen

Scandic Holmenkollen Park Hotel: Unter Sportlern

Vom Flughafen aus ging es mit dem Zug und der S-Bahn direkt zum Holmenkollen. Am Holmenkollen angekommen, bezog die Familie ihr Quartier im Scandic Holmenkollen Park Hotel, das perfekt am Sportzentrum gelegen ist, um die zahlreichen Aktivitäten in der Umgebung zu erkunden. Für uns sollte es eine Kombination aus Sporturlaub und Familienurlaub werden.

Am ersten Tag ging es für uns zur Erkundung der Gegend. Vom Hotel waren die Loipen, die Skisprungschanze und die Biathlon Arena fußläufig erreichbar.

Skischanze Oslo holmenkollen

Bereits zu Beginn waren wir von der Größe und Architektur der Skisprungschanze überwältigt, und das obwohl es noch deutlich größere Skisprungschanzen auf der Welt gibt.

Da das Wetter hervorragend war, wollten wir die Zeit direkt für eine erste Runde auf den Ski nutzen. Zu Beginn war der Plan noch, dass wir das Baby einfach im Qeridoo mitnehmen, aber dieser Illusion wurden wir schnell beraubt.

Auch bei uns haben die Loipen den ein oder anderen Berg, aber nichts bisher war ein Vergleich zum Holmenkollen. Denn die Loipen hier bestanden nur aus Höhenmetern und zwar richtig vielen 😉

Das Experiment Kinderanhänger mit Ski wurde dementsprechend nach fünf Minuten ad acta und die beste Schwägerin der Welt angerufen. 😉

Skilanglauf skating am Holmenkollen

Erster Eindruck: Bestens präpariert, tolle Aussicht und viel Ruhe

Die erste Runde hat uns bereits vollkommen von Norwegen begeistert. Die Zustände der Loipen waren ein Traum, dazu waren die Loipen sehr wenig befahren. Außer uns waren nur wenige Langläufer unterwegs. Und da es ein Samstag war, konnten wir die Zeit zusätzlich nutzen und einem Biathlonwettkampf zuschauen – super Auftakt!

Skiloipe am Holmenkollen

Das Holmenkollen Hotel war wirklich der optimale Ausgangspunkt, stellten wir auch in den kommenden Tagen immer wieder fest. Denn die Möglichkeiten ab hier waren riesig. Egal ob man 5 Kilometer durch das Stadion gleiten möchte, oder die 50 Kilometer Weltcupstrecke in Angriff nehmen, von hier aus ist alles möglich.

Hotel scandic Park holmenkollen

Ab dem zweiten Tag entdeckten wir sogar einen schmalen Trampelpfad direkt ab dem Hotelgarten weg, so waren wir noch schneller auf der Loipe.

Scandic holmenkollen Park

Holmenkollen: Gut erreichbar, Ski in der S-Bahn Standard

Allerdings ist es definitiv auch möglich ein Hotel in der Stadt zu nehmen, wenn man 30 Minuten pro Strecke An- und Abreise in Kauf nimmt. Denn in Norwegen fährt man mit der S-Bahn zum Langlaufen und Alpin-Skifahren. Das war für uns doch sehr ungewöhnlich.

Die Einstiege zu den Loipen zu finden, ist relativ einfach, denn meistens starten sie an den S-Bahn Stationen. Online war es allerdings im Vorfeld nicht ganz so einfach, sich einen Überblick zu schaffen.

Anspruchsvolle Weltcup-Strecke, entspannter See-Rundkurs

Wer die anspruchsvollen Ab- und steilen Auffahrten meiden möchte, dem empfehlen wir die Loipe ab dem Frognerstetteren See, oberhalb der Sportanlagen. Die Loipe beginnt auch hier direkt an der Haltestelle und bietet einen Rundkurs von ca. 5 Kilometern um den See. Aber auch längere Runden sind hier möglich und ausgeschildert. Auch hier kann man locker 30-40 Kilometer Skaten und die Landschaft ist hier wunderschön!

Skilanglauf holmenkollen

Dies war für uns der einzige Ort, an dem viele Langläufer und Langläuferinnen unterwegs waren. Besonders süß waren immer wieder die Skikurse über die Woche verteilt. Auffällig war hier das Alter der Kleinen. Dem Aussehen nach waren noch einige Kinder unter 2, was in Deutschland eine absolute Ausnahme bildet.

Holmenkollen Skifahren

Unser Urlaubsprogramm: Morgens Skilanglauf, mittags aktiv

Den Großteil der Woche ging es für uns aber direkt auf die Loipe am Holmenkollen. Diese war stets bestens präpariert und fußläufig erreichbar.

Meistens waren unsere Tage aufgeteilt in vormittags Langlaufen und nachmittags spazieren oder Ausflüge machen.

Bei manchen Ausflügen teilten wir uns auch auf. Beispielsweise bei der Besichtigung der Skischanze. Hier kann man mit einem Aufzug hinauffahren und die Sicht über Oslo und das Fjord genießen.

Einen Tag ins Zentrum von Oslo ging es dann aber für alle. Wir nutzten den Tag um zu Bummeln, eine Schifffahrt ins Fjord zu unternehmen und natürlich auch zum Essen gehen.

Oslo munch museum

Die anderen Tage haben wir meist im Hotelrestaurant gegessen. Das Essen war überall sehr lecker, wenn auch für unsere deutschen Verhältnisse sehr teuer. Ein Burger für 28€ ist in Deutschland doch eher selten. Im Urlaub zwar kein Problem, aber auf Dauer ist Norwegen sicherlich relativ teuer, auch wenn die Löhne und Gehälter höher sind.

Hamburger scandic Park

Die Liebe zur atemberaubenden Natur: Aktive Norweger

Was uns sehr gut gefallen hat, war die Liebe zur Natur der Norweger! Egal ob Kinder oder Erwachsene, man sah so viele Menschen beim Wandern, Langlaufen und Joggen. Das spiegelte sich auch im Fitnesscenter wider, welches stehts gut besucht war.

Der Ruhetag wurde genutzt, um im Fitnessstudio zu trainieren. Selbst abends um halb 9 war es hier noch voll.

Ebenso war die Ausstattung ein Traum, genau wie der ganze Urlaub. Beeindruckend und ansteckend zugleich, wie aktiv und sportlich die Norweger sind. Ganz zu schweigen natürlich von deren Langlauftechnik.

Tipps vom Techniktrainer der Norwegischen Nationalmannschaft

Da das Gebiet rund um den Holmenkollen kein unbekanntes Terrain für Sportler ist, verwundert es wenig, auf den Loipen immer wieder Langläufer mit ausgezeichneter Technik zu sehen.

Als wir unsere Runden auf der Loipe oberhalb der Sportanlagen durch die Wälder drehten, sprach uns an einer Kreuzung, an der wir uns kurz unterhielten, ein älterer, örtlicher Langläufer an. Zunächst erkundigte er sich auf Englisch, wo wir herkommen und führte seine Konversation mit uns fortan in einwandfreiem Deutsch.

Wir seien ihm in einer vorherigen Runde aufgefallen, als wir an ihm vorbeifuhren, stellte sich der ehemalige Techniktrainer der Norwegischen Nationalmannschaft uns vor. Da habe er uns gesehen und er hatte einen Tipp für Sandro, wie er seine 1-1 Technik noch effizienter ausführen und noch schneller laufen könne.

Währenddessen fuhr eine Frau auf die Kreuzung zu und fiel vor unseren Augen in den Schnee. Mit einem kurzen Blick zur Seite ließ er sich nicht weiter stören, ließ dieses Ereignis gänzlich unbeachtet neben sich liegen und wir nutzten die Gelegenheit, um eine weitere Technikfrage an ihn zu richten, die wir zuvor diskutierten. 

Diese Art erinnerte mich doch etwas an meinen früheren Leistungsdiagnostik-Trainer im Olympiastützpunkt Erfurt 😉

Zurück von der Hochloipe, fuhren wir wieder runter auf die Weltcup-Strecke, begleitet von einem phänomenalen Blick hinab auf Oslo und den Fjord. Herrlich! Von der Schanze hat man einen ähnlichen Blick, auch das dürfte im Flug hinab ein ganz besonderes Feeling sein – das wir jedoch besser nicht erfahren 😉 Wir bleiben besser beim Skating-Langlauf!

Abschluss: Restaurant mit Top-Aussicht, durchweg gute Schneesicherheit

Am letzten Abend gönnten wir uns noch ein Highlight und gingen noch einmal auswärts essen, in einem urigen, sehr schönen, norwegischen Restaurant unterhalb der Sportanlagen und unseres Hotels mit freier Sicht auf Oslo. Wenn wir schon mal in Norwegen sind, gab es noch einmal frischen Lachs und Steak. Lecker!

Leider ging es für uns nun auch schon ans Koffer packen, ein letztes, ausgiebiges Frühstück im Scandic Holmekollen Park Hotel, ehe wir wieder mit der Bahn auf den Weg Richtung Flughafen begeben.

Zum Abschluss schneit es noch einmal richtig schöne, dicke Flocken und so fällt der Abschied doch schwer. Es war eine einzigartige Zeit und trotz dass wir nur eine Woche waren, ist der Trainingsfortschritt bereits zu spüren! Gerade diesen Winter, in dem selbst um die sonst so schneesichere Alpenregion häufig Schneemangel herrschte, war in Oslo nichts zu spüren.

Wir hatten massenweise Schnee, super Wetter und top Bedingungen! Einziges Manko war, dass es im Scandic Holmenkollen Park Hotel keinen Skiraum gab und wir so die Wachsstation auf eines unserer Zimmer verlegen mussten. Da hatten wir aus der Erfahrung mit Urlauben in Österreich fest damit gerechnet, einen Skiraum vorzufinden. Naja, hat auch so funktioniert und es war eine mega tolle Woche mit der ganzen Family.

Das war ganz bestimmt nicht unser letzter Norwegen-Urlaub: Wir kommen wieder!

Eine sportliche Familie Schiff fahren Oslo
Skiwachsen auf dem Balkon
Skischanze Oslo holmenkollen
Oslo bei nacht

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